ER EnergieRecht
 

Zur Festlegung von Erlösobergrenzen für die erste Regulierungsperiode bei – vom Netzbetreiber vorgetragenen – außergewöhnlichen strukturellen Umständen nach § 15 Abs. 1 Satz 1 ARegV

§ 15 ARegV, § 73 Abs. 1 EnWG

1. Ein hoher Anteil von Transportleitungen im Hochdruckbereich und eine hohe Anzahl von Gasdruckregelstationen, die darauf zurück zu führen sind, dass seitens des vorgelagerten Netzbetreibers unterschiedliche, nicht mischbare Gasqualitäten zur Verfügung gestellt werden, stellen nicht per se eine Besonderheit der Versorgungsaufgabe eines Gasverteilernetzbetreibers i. S. d. § 15 ARegV dar. Der Netzbetreiber muss vielmehr darlegen, dass die konkrete Ausgestaltung des Transportnetzes im Hochdruckbereich aufgrund exogener Faktoren unerlässlich war.

2. Für die Darlegung der Mehrkosten muss der Netzbetreiber die Kosten, die bei einer alternativen Netzstruktur für den Fall gleicher Gasqualitäten im vorgelagerten Netz anfallen würden, anhand eines nachvollziehbaren Modellnetzes ermitteln und seinen gegenwärtigen Kosten gegenüberstellen.

3. Die sich aus dem sog. City-Effekt im Vergleich zu einem durchschnittlichen Netzbetreiber ergebenden Mehrkosten sind anhand eines Durchschnittswerts von 1,51 Messstellen pro Ausspeisepunkt zu ermitteln. Dieser Wert ergibt sich aufgrund der Datenmeldungen der am Effizienzvergleich für die erste Regulierungsperiode teilnehmenden Gasverteilernetzbetreiber.

(Leitsätze des Gerichts)

OLG Düsseldorf, Beschl. v. 03.12.2014 – VI-3 Kart 49/09 (V), 3 Kart 49/09 (V)

DOI: https://doi.org/10.37307/j.2194-5837.2015.02.14
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ISSN: 2194-5837
Ausgabe / Jahr: 2 / 2015
Veröffentlicht: 2015-03-13